
Hallo Bonjour Hi liebe(r) cher-chère dear Besucher visiteur-visiteuse visitor !
Ich freue mich Je suis heureux I'm glad, dass Du mich endlich gefunden hast que vous m'a trouvée finalement that U found me finally. War ja höchste Zeit.C'étais grand temps It was high time. Ich bin Je suis I am 55, wohne in j'habite en I live in Berlin (Deutschland Allemagne Germany), arbeite als je travail comme un work as a Fotograf Photographe photographer und et and Kleindarsteller petit rôle small-part actor, spiele je joue I play Xaphoon und Golf xaphoon et golf xaphoon and golf, fahre je conduire un I ride a Motorroller scooter motor scooter und et and Dreirad tricycle tricycle, schwimme gerne je préfère á nager I like to swim und et and gehe gerne ins j'aime visiter to go to Theater le théâtre the theatre sowie zu et aux and to Rock-, Blues- und Jazzkonzerten concerts du rock, blues et jazz rock, blues and jazz concerts. Im Internet A l'internet On the internet habe ich mich hier verewigt j'immortalisé moi ici my 4ever-presentations are here: Leon Haardts Lonely Hearts Club (http;//leon-haardt.npage.de), Radio Leon Haardt (http://www.laut.fm/leon_haardt) und als et comme and as Skyrock-Blogger LeonHaardt (http://leonhaardt.skyrock.com/). Ich freue mich J'espère I hope über Kontakte des contacts to establish contacts mit Fotoaustausch avec d'échange des photographies by exchanging photographies oder ou or Webcam-Chat chat avec de webcam chatting by webcam.
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Leon Haardts Theater-, Film- & Fernsehrollen
Ja, es gibt sie, die geborenen Schauspieler; das Talent fließt mit ihrem Blut durch den Körper und infiziert alle Organe. Auch ich hatte schon immer einen Hang zum darstellenden Spiel, nicht nur auf den Brettern, die für fanatische Mimen die Welt bedeuten, sondern auch im wirklichen Leben.
Ob ich meine erste 'echte' Rolle freiwillig übernahm, kann ich nicht mehr sagen. Es soll sich um ein Krippenspiel an Heiligabend im Rahmen eines Gottesdienstes gehandelt haben. Ich soll einen der drei Heiligen Könige, nämlich Balthasar, gespielt haben. Blass sind auch meine Erinnerungen an ein Rollenspiel im Deutsch-Unterricht der 6. Klasse während der Adventszeit. "Von drauß' vom Walde komm ich her", so meine Ansage als Knecht Ruprecht. In der 7. Klasse ließ uns unsere Deutschlehrerin Wilhelm Tell in verteilten Rollen lesen. Meine war die des miesen Reichsvogts Gessler. In einem Hohlweg lauerte mir Tell im vierten Aufzug mit den Worten auf: "Durch diese hohle Gasse muss er kommen. Es führt kein andrer Weg nach Küssnacht." Mit einem Pfeil aus seiner Armbrust ermordete er mich. Damit war ich als Untoter im fünften Aufzug nur noch Zuhörer.
Als Achtklässler durfte ich mit 'american accent' - ich hatte mich bei den in Kaiserslautern stationierten GIs und ihrem AFN-Radio infiziert - sowie einem Klassenkameraden einen Bettler ['Beggar'] spielen. Auf dem Boden sitzend, baten wir um eine kleine Spende ['shilling or pence over the fence']. Doch von hinten kam nur Plumpudding über den Zaun geflogen. Als der Vorhang gefallen war, durften wir ihn sogar aufessen. Diese Aufführung fand anlässlich einer Mittlere-Reife-Feier im brechend vollen Edenkobener Kino statt.
Ein Jahr später, 9. Klasse, gleicher Anlass. Nach einem ungeahnten sozialen Aufstieg - verbunden mit einer 2000-jährigen Zeitreise in die Vergangenheit - war ich, mir nichts, dir nichts, ein römischer Hausherr. In Dominus romanus trug ich eine weiße Tunika (ein ärmelloses Untergewand) und eine gold-glänzende Toga (als Obergewand), die nur Freigeborenen erlaubt war. Als Pater familias stand ich meinem gesamten Haushalt vor, meiner Familie und den Sklaven. Doch ich verkörperte nicht das Ideal des treusorgenden Vaters, sondern einen Despoten mit der Rute in der Hand. Meine Lieblingsbeschäftigung war das Züchtigen der Slavinnen, die sich aber ständig vor mir versteckten. Obwohl das Publikum, Eltern, Schüler und Ehemalige des Edenkobener Progymnasiums, kaum ein Wort verstanden hat - deswegen konnte ich auch die Lateinvokabeln beliebig verwechseln und vertauschen -, wurde diese Sandalen-Vorstellung mit frenetischem Beifall bedacht.

Viertelstündige 'standing ovations' mit Zugabe-Rufen erlebte ich ein Jahr später. Der halbe Ort drückte mir anschließend vor Begeisterung die Hand. Bei der Einweihung des Edenkobener Gemeindehauses, dem Kurpfalzsaal, waren Elke Rühling und ich die Eltern eines Lausebengels. Über dessen Lausbubenstreiche beschwerten sich alle möglichen Leute bei uns. Das Zeugnis war eine Katastrofe. Um ein Familiendrama zu vermeiden, durfte ich es auf keinen Fall zu Gesicht bekommen. Doch da hatten sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Geschickt deckte ich das Versteckspiel auf, reagierte aber zu aller Überraschung - bis zu diesem Zeitpunkt spielte ich den strengen Vater - mit Verständnis und gestand, dass meine Zeugnisse damals auch nicht besser waren. Da war die Überraschung perfekt.
Bei einem kleinem Umtrunk nach dem offiziellen Teil der Feier der Mittleren Reife (heute Mittlerer Schulabschluss) wurde ich von Mitschülern aufgefordert, in einem Unterrichtssketch einen Oberlehrer zu spielen. Das ließ ich mir bedenkzeitmäßig dreimal sagen und überlegte: wen kannst du bloß verspotten, ohne dass er dir ewig böse ist? Dann nahm ich unseren Lateinlehrer aufs Korn. Der war zwar irgendwo im Haus, hatte aber sicherlich schon zwei Promille im Blut und war daher das geeignetste Opfer, zumal er sehr leicht zu parodieren war: immer alkoholisiert und scharf auf naïve Schülerinnen. Unter einem kartoffelfarbenen Leinenwandschmuck mit der Parole: “non scholae sed vitae discimus" forderte ich die Klasse lallend auf: “Ruhe, ihr Teufelsbrut, sonst schreiben wir sofort eine Arbeit! Brigitte, zeig' mir deine Hausaufgabe.” Was ich schon immer vor hatte: endlich konnte ich sie einmal unter Vortäuschung falscher Tatsachen befummeln.
Meine Exklasse grölte, als eine andere Schülerin schrie: “Herr Keller, darf ich auch mal an Sie ran.” Der anwesende Sportlehrer lachte sich kaputt, die beiden Lehrerinnen waren - milde ausgedrückt - entsetzt. Sie witterten sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen, weswegen dieser pädofile Alkoholiker schon einmal strafversetzt worden war.
Auf einer Skireise in der 11. Klasse des Neusprachlichen Gymnasiums Landau war ich nicht mehr zu bremsen. Unter einer versteinerten Statue (ein Mitschüler) inszenierten wir Ein schwules Oberstufenschüler-Pärchen auf einer Bank im StadtPark. Das war an sich schon total lächerlich - und damals noch (bis 1994) gesetzlich verboten (§175 StGB)! Doch die Statue fing an, Grimassen zu schneiden: zum To t lachen (mit 't-t'), auch wenn ich sie als Liebhaber nicht sehen konnte und stattdessen tod ernst (mit 't-d') bleiben musste.
Für den dritten Sketch aus der Reihe “Rolle [Rolf-Leon Volkamer-Haardt] improvisiert” suchte ich mir unsere fünfte Abiturfete aus; private Abi-Partys waren wegen der Abwesenheit von Lehrern besonders beliebt. Eine farbige Abiturientin spielte spontan mit mir ein Liebesdrama. Doch die eigentliche Tragödie fand hinterher statt. Anstatt als Liebeserklärer meiner ehemaligen Mitschülerin für ihre gelungene Improvisation zu gratulieren, schleppte ich sie ins nächste leere Zimmer und fiel über sie her. Das war ja auch der Grund, warum ich sie zum Mitspielen überredet hatte. Leider flog der ganze Schwindel auf und ich war der Blamierte. Zum Glück waren alle Partygäste mehr oder weniger alkoholisiert und allerlei von mir gewohnt, so dass dieser Schabernack eine flüchtige Episode hätte bleiben können. Tragischerweise wurde das Gerücht, ich hätte ernste Absichten, von einem meiner Neider so glaubwürdig in die Welt gesetzt, dass meine Spielpartnerin bald auch davon überzeugt war. Als ich nicht in ihrem Sinne reagierte, beichtete sie einer Exlehrerin, ich hätte sie sexuell genötigt. Es soll abgeblich eine Anzeige gegen mich erstattet worden sein. Doch das war gelogen. Ich wurde ich noch nicht einmal von der Polizei verhört.
Jahre später, als ich den Schock überwunden hatte, sprach mich Dieter Kümmel, seines Zeichens Schauspieler und Regisseur, in der Freiburger Uni-Mensa an und fragte mich, ob ich nicht Lust auf Jugend- und Kindertheater hätte. Woher kannte er meine Ambitionen? Sah ich vielleicht so aus? Woher kannte er mich überhaupt? Er lud mich zu einer Probe ins Wallgrabentheater ein. Den Begriff 'casting' kannte damals noch niemand. Auf der Bühne probten ein paar “junge Leute” mit ihrem Text in der Hand. Mein innerer Nick Knatterton sagt mir: “Kombiniere: die proben noch nicht lange und kennen ihren Text noch nicht. Du kannst einsteigen.” Nach einem viertelstündigen Test verkündete Kümmel laut und vernehmlich, sie hätten jetzt ein Mitglied mehr, das für eine Hauptrolle in Frage käme. Zwar wagte keiner, ihm zu widersprechen, doch sah ich einige verdutzte Gesichter, die mir sagten: “Wir dachten eigentlich, die Hauptrollen sind verteilt. Wer bist Du überhaupt?” Aber das war nun einmal Kümmels Art: keinen zu sehr in Sicherheit wiegen oder wie olle Heraklit zu sagen pflegte: “panta rhei” - alles ist im Fluss. Bald hatte man sich auf meine Rolle geeinigt. Zu besetzen war nur noch der Fernsehmann. Dafür war ich prädestiniert: Rolle mit wenig Text aus dem komischen Fach. Mit der Zeit erfuhr ich dann, dass Die Mugnog-Kinder produziert werden sollten. Die Großstadtkinder Pam und Tom verleben ihre Ferien bei Tante und Onkel Mackepeter in der Kleinstadt. Weil es dort kein Spielzeug gibt, erfinden die Kinder den Mugnog, eine (fast) lebendige Holzkiste. Mit dem Satz "Der Mugnog hat gesagt..." wehren sie sich gegen unsinnige Ge- und Verbote.

Zwischenzeitlich versuchten wir mit Weihnachtstheater auf uns aufmerksam zu machen. Da ich als wenig ausgelasteter Student genug Zeit hatte, schlüpfte ich auf einer Bühne auf dem Münsterplatz in die Rolle eines Marktschreiers. Theaterdirektor war damals Heinz Meier. "Hab' ich den Namen nicht schon mal gehört?", wird sich mancher Leser fragen. Wer kannte ihn damals nicht: Deutschlands berühmtesten Lottogewinner, den Rentner, der mit 66 Jahren nach Island fährt, dort einen Gewinn von 500000 DM macht und dessen Tochter mit dem Papst eine Herren-Boutique in Wuppertal eröffnet.... Der legendäre Loriot-Sketch mit Meier in der Rolle des Erwin Lottomann, ääh Lindemann, gehört zu den Klassikern des Humors.
In Berlin sah ich mich aktiv nach Theatergruppen um. Eine Gruppe bestand aus getarnten Reichianern. Man praktizierte Charakteranalyse, Vegetotherapie und Orgonomie. Jeder Teilnehmer musste sein Innenleben nach außen stülpen, den ganzen Frust, der sich in ihm angesammelt hatte, auskotzen. Zum Kotzen, aber eine echte Herausforderung für einen Selbstdarsteller wie mich. Nach meiner Welturaufführung bin ich weiteren Treffen ferngeblieben. ...
In den folgenden Jahren hatte ich eine Hauptrolle in der Serie "Einmal Lehrer - immer Lehrer” an verschiedenen Berliner Schulen. An der Lilienthal-Oberschule, schaffte es die Leiterin des Oberstufenkurses “Darstellendes Spiel”, Ute L., in wochenlanger Überzeugungsarbeit, mich doch noch einmal auf die Theaterbühne zu zerren. Sie machte mir ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte. Im Zweiakter Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt wurde für die Rolle des Oberwärters Uwe Sievers noch ein Superschwergewicht benötigt. Hätte ich bloß nie “Ja” gesagt! Bald merkte ich, dass v.a. den männlichen Kursteilnehmern ein mitwirkender Lehrer nicht ganz geheuer war. Sie waren nicht in der Lage über ihren eigenen Schatten zu springen und lehnten die auf dem Mist ihrer Kursleiterin gewachsene Idee und damit auch mich innerlich ab, ohne dass zu diesem Problem jemals ein Gruppengespräch stattgefunden hätte. Bei den ersten drei Aufführun-gen ging noch alles gut, wenngleich mir auffliel, dass die Schüler sich immer weniger an ihren Text hielten. Da hatte ich eine andere Einstellung: entweder man macht seriöses Theater oder echten Klamauk. Bei der vierten Aufführung in der brechend vollen Aula wollten die Schüler beides miteinander verbinden. Ich hatte mit allem nur Denkbaren gerechnet, aber nicht damit, im zweiten Akt plötzlich mit “Yeti” angesprochen zu werden. Hätte ich geahnt, was da auf mich zukommt, wäre ich an diesem Abend gleich als Schneemensch mit Fell aufgetreten. Aber mitten in der Vorstellung das Genre wechseln von der Krimikomödie zum Slapstick - das gibt's nur bei Dilettanten, also an Gymnasien. Widerwillig ließ ich mich, nachdem der letzte Vorhang gefallen war, von der Regisseurin, die aus meiner Sicht völlig versagt hatte, zur Schlussverbeugung auf die Bühne zerren und schwor mir: nie wieder irgendein Projekt mit Schülern. Daran habe ich mich bis heute gehalten.

Mal in der Zeitung nach Rollenangeboten suchen. "Wer sucht, der find't", heißt es. Und was lasen meine entzündeten Augen: für eine Hauptrolle bei einer Filmproduktion in Berlin wird ein Laiendarsteller gesucht. Ich rief an und bekam für den nächsten Tag einen Casting-Termin im Grunewald. Nach zwei weiteren Tagen hatte ich die Zusage. Auf mich müssen die wohl gewartet haben, denn eine Woche später begannen auch schon die Dreharbeiten. Die Filmcrew bestand aus zwei Leuten. Ein ehemaliger Seemann war Produzent, Regisseur und Kameramann. Seine gesamten Ersparnisse hatte er in eine sündhaft teure Filmkamera gesteckt. Sein Assistent war - per Absprache - für alles andere, wie Bühnenbild, Maske und Filmmusik zuständig, hatte aber de facto überhaupt nichts zu sagen. Das galt auch für mich. An verschiedenen Drehorten wurde mir jeweils erklärt, was ich zu tun hatte. Ich war ein junger, depressiver Stadtneurotiker, saß am oberen Kurfürstendamm in einem Café, um gedankenverloren eine "Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare, Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare" singende Margarine-Bewegung an mir vorbeiziehen zu lassen, baute einen nächtlichen Autounfall mit Trinkschokoladenblut und starrte so lange in einen Badezimmerspiegel, bis ich lebensmüde wurde und mich umbringen wollte. Doch als ich das Fester öffnete um hinauszuspringen, hieß es: “Cut, aus, Schluss für heute.” Den schwerwiegendsten Fehler machte der unerfahrene Seemanns, als er meine Ehefrau aus dem Big Eden herausfischte. Dass es unbedingt eine Blondine sein musste, konnte ich ja noch nachvollziehen. Warum musste es aber unbedingt ein strohdummes Disco-Püppchen sein, das von Tuten und Blasen, geschweige denn von Schauspielerei, nicht die geringste Ahnung hatte? Genauso gut hätte ich mit einer aufblasbaren Beate-Uhse-Puppe spielen können. Trotz meiner mimischen Glanzleistung und des großartigen, 12-minütigen April von Deep Purple, wollte kein Sender den Schwarzweiß-Kurzstummfilm Aller Tage Abend ausstrahlen. Der Seemann hatte jahrelang umsonst auf hoher See geschuftet.
1977 lernte ich David Bowie in der Nachtbar MauMau in der Motzstraße kennen. Wir kamen ins Gespräch und plauderten über Drogen zur Bewusstseinserweiterung, Sex mit Schauspielerinnen und Rock'n'Roll als Filmmusik. Ich folgte seiner Einladung und besuchte ihn am übernächsten Tag in seiner Taubenschlag-Wohnung in der Schöneberger Hauptstraße, wo er die drei Gesprächsthemen in die Tat umsetzte. Er erzählte mir von seinen Baustellen: die Transsexuelle Romy Haag, sein neuer Song Helden und sein Filmprojekt. Unvermittelt bot er mir eine Rolle an. Und so landete ich beim Spielfilm Just A Gigolo in einer prominenten Besetzung: David Bowie als Paul, Sydne Rome als Cilly, Kim Novak als Helga, David Hemmings als Hauptmann Kraft, Maria Schell als Mutti, Curd Jürgens als Fürst, Erika Pluhar als Eva, Marlene Dietrich als Baroness von Semering und - last but not least - Leon Haardt als Simon. Leider musste ich unterschreiben, mich zu den Dreharbeiten niemals zu äußern. Schade auch, dass der Kontakt zu DB abgebrochen ist. Aber immerhin habe ich ein paar nette Leute durch ihn kennengelernt.
Doch ich entschied mich gegen ein Karriere beim Film und beschränkte mich in den folgenden Jahren auf Kleindarstellerrollen, Komparsenjobs und Cameo-Auftritte. Nachts am Tresen der Schöneberger Studentenkneipe Leuchtturm in der Crellestraße sitzend und "Trink, trink, trink" trällernd, trifft den Kneipengänger LH fast der Schlag: plötzlich steht die kastanienbraune Alexandra Neldel neben ihm, legt ihren Arm um seinen Hals und singt eine Märzmelodie.
Dem Ruf der Filmstudios in Babelsberg folgend, lerne ich den Greenscreen kennen. Auf einer ausgeleuchteten Drehscheibe werde ich in acht verschiedene Positionen gedreht und dabei aus unterschiedlichen Blickwinkeln fotografiert. Kombiniere: aus meinem leibhaftigen Körper wird am PC eine dreidimensionale virtuelle Figur generiert, die beim Finishing des Kinofilm Speed Racer beliebig eingesetzt werden kann. Noch ganz benommen vermute ich zunächst, dass mir meine Schwindelgefühle einen Streich spielen: da läuft mir doch nicht etwa Barney Geröllheimer mit Perücke und in Latzhose über den Weg? Doch, er ist es: John Goodman (Flintstones) spielt den Vater des Rennfahrers. Und da ist ja auch schon die Mutter: drei Meter von mir entfernt macht sie ihre Pause, setzt sich auf die Ladefläche eines Anhängers und telefoniert in unveränderter Pose mit übereinander geschlagenen Beinen und gelegentlichem schrillen Lachen 20 Minuten lang mit einer Freundin in den USA - Susan Sarandon, die Hexe von Eastwick, die Nonne von Dead Man Walking. Doch nicht mit den beiden Stars, sondern mit einem Schimpansen darf ich bei den Dreharbeiten in den folgenden Tagen auf einem Fließband spazieren gehen.
Apropos Spazierengehen: Im Berliner Tiergarten werde ich auf einer Holzbrücke von einer jungen Frau angesprochen. "'tschuldigung, Sie haben nicht zufällig einen Tintenfisch dabei?" Während ich meine Taschen durchsuche, mischt sich eine weitere Passantin ein: "'tschuldigung, ich habe zufällig gehört, Sie suchen einen Tintenfisch. Zufällig habe ich einen dabei." Und schon zieht sie eine Schlabber-Plaste-und-Elaste aus der Tüte. Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen: ich bin das freiwillige Opfer der Bösen Mädchen. Wochen später beschwert sich die Produktionsfirma der gleichnamigen RTL-Klamaukserie bei meiner Agentur, weil ich sie auf einem von mir entworfenen und ins Internet gestellten Poster erwähnt hätte. Die damit verbundene Rechtsfrage ist bis heute offen, von meiner Arschkriecher-Agentur Iris M. habe ich mich allerdings getrennt.

Vespafahrer Leoon Haardt
Ein paar Wochen später kommt es auf der sächsischen Autobahnraststätte Köckern West zu einer unheimlichen Begegnung der Tochter eines RAF-Opfers mit einem der führenden, nach 20 Jahren aus der Haft entlassenen Exterroristen. Sie bedroht ihn mit einer Pistole, die er ihr entreißt. Er zerrt sie an den Haaren ins Auto und fährt mit ihr nach Berlin. Als Lkw-betankender Trucker beobachte ich den Vorgang, kann aber nicht rechtzeitig eingreifen. Ein Jahr später ist mir beim Besuch des Kinothrillers Schattenwelt aufgefallen, dass die gesamte Aktion gefilmt worden war.
In der freigeräumten dritten Etage des Oberlandesgerichts Berlin-Brandenburg wurden Innenaufnahmen für das Dokudrama Operation Walküre gemacht. Valkyrie heißt der Arbeitstitel, als ich mich als Prozesszuschauer im mit Hakenkreuzfahnen und Hitlerbüste geschmückten Gerichtssaal des Volksgerichtshofs und Lichtdouble für den von Waldemar Kobus dargestellten Berliner Polizeipräsidenten während des Dritten Reichs zur Verfügung stelle. Von NSDAP-Schergen und Geheimpolizisten in Zivil umgeben, erlebe ich, wie der Angeklagte von Witzleben vom jähzornig brüllenden Vorsitzenden und Blutrichter Freisler ("Sie sind ja ein schäbiger Lump!") erst zur Sau und dann zur Schnecke gemacht wird.
Auf dem Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof in Berlin-Mitte gerate ich als Vespafahrer 'zufällig' in die Dreharbeiten zu den Regenszenen für den Bankenkrimi, Agenten- und Politthriller The International. Wegen der ständigen Fahrerei im Karree bekomme ich kaum mit, wie ein Interpol-Informant bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt.
Um Mord und Totschlag geht es auch bei der Verfilmung der Mafia-Tagebücher: Der ehemalige Mafioso Enrico Puzzo versucht als Enthüllungsautor aus seinen Memoiren Geld zu schlagen. Mafiapate Marino erteilt dem Profikiller Toni den Auftrag, Puzzo aus dem Weg zu räumen. Ich bin allerdings nur als Passant und Besucher des Senats für Inneres in Mitte zugange. Da bin ich nicht der einzige: auch Bud Spencer, Rick Kavanian, Christian Tramitz, Wolfgang Völz, Axel Stein und Franco Nero treten als schräge Vögel in der Screwball- und Actionkomödie Mord ist mein Geschäft, Liebling auf. Einen Fast-Zusammenstoß habe ich mit Wolf Roth in Begleitung der beiden Auftragskillerinnen Maria (Chi Le).und Mercedes (Nela Panghy-Lee).
Zur Erholung melde ich mich als Testperson zwecks Verabreichung von Potenzpillen bei den anderthalbstündigen Dreharbeiten zum Softpornovideo Das Sexperiment (2008) in einer Kreuzberger Mansardenwohnung. Von allen Darstellern kann ich mich nur noch an die frigide Bettina, eine Beate-Uhse-Puppe, erinnern.
Bei den Dreharbeiten zu Rosa Roths Ende einer Dienstfahrt im China-Imbiss Shanghai Palace in Steglitz darf ich als Gast Leon Haardt einem Pöbler sogar den Stinkefinger zeigen. Vergeblich hat dieser versucht, die Deutschbrasilianerin Yana anzumachen. Der Titel dieser Fernsehkrimifolge geht zurück auf die gleichnamige Erzählung von Heinrich Böll.
Suchen muss ich die stillgelegte Wannseer Lungenklinik, wo ich als Patient benötigt werde. In der auf Eis gelegten RTL-Mystery-Serie Die 25. Stunde erfahre ich vom Chefarzt Thomas Sarbacher: "Der Tumor ist erblich." Helfen kann eine Zeitungsreporterin, die in Momenten größter emotionaler Erregung durch ein Zeittor in die Vergangenheit reisen kann.
Rike (Mariele Millowitsch) schenkt ihrem Ehemann Erik (Harald Krassnitzer) während einer Gartenparty zu dessen 50. Geburtstag ein Segelboot. Als Partygast & -grillmeister bin ich Augenzeuge, als ihm seine Geliebte (Natalia Wörner) ein Geburtstagsständchen präsentiert. Aus dem Filmmaterial mit dem Arbeitstitel Ich und du und die Frau dazu entsteht später die Tragikkomödie Mein Mann, seine Geliebte und ich, die im ZDF gezeigt wurde.
2009 werden im Volkspark Friedrichshain und davor Szenen zur Castingserie Die verrücktesten Hochzeiten aller Zeiten gedreht. Der Regisseur ruft mich persönlich an, um mich als Kleindarsteller zu verpflichten. Als Grillmeister und Imbissbudenbesitzer darf ich ein Büffet vorbereiten. Leider habe ich von den Aufnahmen nie mehr etwas gehört oder gesehen.





































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